Bernd Reisig - Macher mit Herz

Ueber Bernd Illustration

Als  Künstlermanager machte er sich einen Namen, als Fußballfunktionär gelang ihm Außergewöhnliches. Nach drei Jahrzehnten in der Öffentlichkeit gehört Bernd Reisig heute zu den schillerndsten Persönlichkeiten Frankfurts. Ein Mann, der polarisiert, keine Auseinandersetzung scheut und immer sein Herz auf der Zunge trägt. Seine Karriere ist außergewöhnlich, sein Lebensweg war nie vorhersehbar und immer von plötzlichen Wendungen geprägt.   

Alles begann am 10. März 1963. An diesem Tag wurde Bernd Reisig in Frankfurt-Zeilsheim geboren. Es dauerte nicht lange, da hatte der Fußball seine Begeisterung geweckt. Reisig war nicht nur Fan, sondern tatsächlich auch mal Spieler. Als Jugendlicher kickte er in der A-Klasse. Als Fan schlug sein Herz schon früh für den FSV Frankfurt, „Der FSV war kein Mainstream und hat mich gerade deshalb fasziniert“, sagt er.

Nach der Schulzeit arbeitete er zunächst als Kinderpfleger. Doch der Job lastete ihn nicht aus. „Ich konnte mich nicht so einbringen wie ich wollte“, erinnert er sich und  machte von einem auf den anderen Tag etwas völlig neues. Reisig begann eine Ausbildung als Maschinenschlosser bei der Bundesbahn. Kaum war er damit fertig, widmete er sich seinem Hobby, der Musik. Reisig beschloss, Musikbands zu managen. Es folgten zwei erfolgreiche Jahrzehnte als Künstlermanager im Musik- und Showbusiness. Er managte Nena, machte Badesalz und Bodo Bach bekannt. Später produzierte er TV-Shows. Dazu gehörte auch die erfolgreiche RTL-Nachtshow mit Thomas Koschwitz. Egal was Reisig auch anpackte, es hatte Erfolg. Meist ging es schnell, manchmal brauchte er aber auch einen langen Atem. „Ich bin kein Kurzstrecken-, sondern vielmehr ein Marathonläufer. Ich kann auch jahrelang an einzelnen Projekten arbeiten“, sagt er über sich selbst.

Den langen Atem benötigte er, als er 1994 beim FSV Frankfurt als Fußballfunktionär begann. Es war der nächste Wendepunkt in seiner Laufbahn. Zwei Jahre später wurde er Präsident, danach Geschäftsführer. Reisig führte der Verein aus der Oberliga in die Zweite Liga.

Im Dezember 2010 verließ er nach über 16 Jahren den FSV Frankfurt und trat überraschend als Geschäftsführer zurück. Auslöser war der Streit mit Frankfurts Sportdezernent Markus Frank über die Verzögerungen beim Bau der neuen Haupttribüne. Der Abschied kam zwei Jahre, bevor er ohnehin aufhören wollte. Mit 50, das stand für Reisig längst fest, wollte er sich endgültig zurückziehen.  Bereut hat er diesen Schritt bis heute nicht. Reisig sagt: „Das war die wichtigste und richtigste Entscheidung in meinem Leben.“

Heute holt er das Leben nach, das er 30 Jahre lang nicht hatte – zu zeitintensiv und kraftraubend waren die Aufgaben. Jetzt hat er genügend von beidem.  Er arbeitet mit einem Personaltrainer mehrmals wöchentlich an seiner Fitness und der Figur. Er hat sich ein Haus auf Mallorca gekauft, in dem er 200 Tage im Jahr verbringt. „Dort bin ich im Chill-Modus“, verrät er.

Die restlichen Tage des Jahres verbringt er in Frankfurt. Dann arbeitet er an seinem neuen Projekt „unitedsoccer“ oder setzt sich für die gute Sache ein. Mit „helfen helfen“ hat Reisig eine Organisation gegründet, die Menschen hilft. Er bietet gemeinsam mit Starkoch Mirko Reeh Kochkurse für Hartz 4-Familien an oder kümmert sich um Obdachlose. „Ich will ein bisschen was von dem zurückgeben, was ich bekommen habe“, sagt er, der Macher mit dem großen Herz.